Rezensionen zu La Paquita am Nationaltheater München

Der den Abend klangprächtig und temperamentvoll am Pult des bestens aufgelegten Bayerischen Staatsorchesters leitende Dirigent Myron Romanul hat schließlich die Orchestrierung vereinheitlicht und ergänzt, so dass die bunte Partitur mit ihrem spanischen Kastagnetten-Kolorit, ihren Walzern und Mazurkas auch ihren Teil zum poetisch-nostalgischen, gleichzeitig sehr intelligent-akademischen Charme dieser vorbildlichen Produktion beiträgt.

Die Welt

Diese „Paquita“ wirkt wie aus dem Märchenbuch, federleicht, schwebend, humorvoll, schillernd bunt, untermalt vom Bayerischen Staatsorchester unter Dirigat unter Myron Romanul klar akzentuiert mit subtileren Passagen während der Ballszene.

Passauer Neue Presse

Dirigent Myron Romanul und dem Bayerischen Staatsorchester allerdings glückte es, Gold zu schürfen, durch geschickte Phrasierung etwas wie Melodienseligkeit an die Oberfläche zu holen.

Süddeutsche Zeitung

Myron Romanul wirkt am Pult sehr engagiert, er hat an der Orchestrierung der Musik von Minkus, Deldevez und vielen anderen mitgewirkt.

Münchner Merkur

Allgemeine Pressestimmen

M.R., seit 1994 erster Kapellmeister, führte das Philharmonische Orchester sehr differenziert und verhalf der vielfältigen und anspruchsvollen Partitur zu neuern Glanz. Selten wurde der scharfe Kontrast im vierten Bild zwischen den gerade noch ausgelassen umhertobenden Künstlern und der hereinstürzenden Musetta, die die todkranke Mimi in die Mansarde bringt, in der Musik so deutlich wie in der Mainzer Aufführung.

Opernglas

Romanul hatte das Philharmonische Orchester hervorragend einstudiert und dirigierte ausgesprochen differenziert. Die oft eher lieblos heruntergespielte Puccini-Partitur erfuhr in Mainz eine gelungene Rehabilitation. Viele Facetten des Werkes, die sonst meist verloren gehen, wurden an diesem Abend im Staatstheater erfolgreich herausgearbeitet.

Maintal Anzeiger

Nicht zuletzt gebührt auch dem Philharmonischen Orchester des Staatstheaters Mainz unter der umsichtigen Leitung von M.R. ein großes Lob für die gelungene Verbindung von farbenreichem, sinfonisch expressivem Schmelz und akzentuierter Transparenz in Puccinis illustrativer "poesia dei suoro".

SWR Kultur

M.R. hat mit dem Orchester hörbar gut gearbeitet und präsentierte am Premierenabend einen lebendigen, immer exakten und in den nötigen Momenten auch sentimentalen Klang.

Mainzer Rheintalanzeiger

Kopfs plausible Regie der italienisch gesungenen Aufführung begleitet am Dirigentenpult M.R. in glücklicher Konformität. Schroffheiten und knallige Effekte weiß er ebenso akzentuiert zu setzen wie zarte Töne und koloristische Reize. Das vorzügliche Sängerensemble hat es unter seiner Leitung leicht, sich ungegängelt auszusingen.

Darmstaetter Echo

Während sich das quirlige Leben in der Tristesse des Raumes Platz zu schaffen versucht, hält M.R. genau die Waage zwischen geschmeidiger Sanglichkeit und purem Konversationston, zwischen Kammermusik und kräftigem Orchesterschmelz. Trotz der Oktavenverdopplung und -verdreifachung der Melodien geht Romanul allem Wattigen aus dem Weg, sucht das Süsse, ohne jedoch in süffigen Schwerpunkten zu versinken.

Allgemeine Zeitung Mainz

Das Philharmonisches Orchester spielte unter der Leitung von Myron Romanul akzentuiert, farbig und dynamisch recht flexibel.

Wiesbadener Kurier

Romanul dirigiert einen Verdi der Extraklasse: pointiert, zügig, elastisch, dabei voller Verve und Feuer...

Neue Ruhr Zeitung, Essen  

Unter der Leitung des 1. Kapellmeisters Myron Romanul bringen die Essener Philharmoniker die wilde Dramatik farbenreich und dennoch dezent zu Gehör

Westfaelische Rundschau, Dortmund

Endlich einmal ein Dirigent, der diese Tschaikowsky-Musik als Partitur ernst nimmt, begreifbar macht, warum so viele Stardirigenten so gerne für die Schallplatte musizieren. Myron Romanuls .'Dornröschen' ist plötzlich ein spannendes Märchen mit aller Grausamkeit und Güte. Da kann es einem schon kalt über den Rücken laufen.

Abendzeitung, München 

Myron Romanul am Pult der vorbildlich musizierenden Essener Philharmoniker entlockte der Partitur ein Klangwunder nach dem anderen: Präzision, Ernst, starker Ausdrucksreichtum, alles ist da.

Neue Ruhr Zeitung, Essen

Mit sicherer Hand und auf das Notwendigste beschränkte Gesten führte Myron Romanul die Musiker zu bemerkenswerten Leistung. Voll konzentriert legten die Musiker los... Romanuls Führung aber dennoch sehr frei und ungezwungen. Denn der Amerikaner war bei (dieser Musik) in seinem Element und verstand es, die Musiker zu begeistern. Selten hat das Orchester unter einem Gastdirigenten so gut und so freudig gespielt.

Reutlinger General-Anzeiger

Für eine hervorragende Koordination zwischen Bühne und Orchestergraben sorgte der erste Kapellmeister am Aalto-Theater, Myron Romanul...

Westfälische Nachrichten, Münster

Der Dirigent (Myron Romanul) läßt Essens Philharmoniker ... glutvoll und veristisch die ariose Partitur ausleuchten.  

Opernwelt

Zeitungsinterviews zum Amtsantritt von Myron Romanul in München:

Von Hollywood nach München

Myron Romanul dirigiert nun fest am Staatsballett der Oper

     Wichtig ist der Dirigent, der sich nun in neuer Position. vorstellt: Myron Romanul, bisher Gast bei Staatsballett und Staatsoper, ist als Nachfolger von Andre Presser dem Haus bis 2006 fest verbunden.

     Unbekannt ist Myron Romanul in München nicht. Ich habe nicht nur in den beiden letzten Jahren viel hier dirigiert“, erzählt Romanul begeistert, „sondern die Compagnie und vor allem das Orchester schon 1987 mit Schwanensee und „Dornröschen“ dirigiert. Damals bekam ich sogar den AZ-Stern der Woche. Das war nicht nur eine Anerkennung durch die Kritik, sondern hat mir auch theaterintern sehr geholfen.

     Romanul kann sich bei seiner Arbeit auch darauf verlassen, dass die Chemie zwischen ihm und dem Staatsorchester stimmt – und als ehemaliger Orchestermusiker weiß er sehr wohl, dass dies manchmal schwerer wiegt als die Sympathie von Intendanten und Ballettdirektoren. Erfahrungen, die Myron Romanul beim traditionsreichen Boston Symphonie Orchestra gesammelt hat.

     Die rumänische Großmutter war in den 40er Jahren als Stella Roman der hochdramatische Sopran-Star an der New Yorker Met. Der Vater, ein Neurologe, emigrierte 1947 von Bukarest nach New York, heiratete eine fesche Amerikanerin aus Brooklyn und zog mit seinen vier musikalisch hochbegabten Söhnen nach Boston. Myron spielte Klavier im Hause Romanul und wollte Pianist werden.

     „Nachdem ich einen Wettbewerb gewonnen hatte“, erinnert sich Rornanul an seine Jugend ohne musikalische Fachgrenzen, „machte ich mit Musikern des Boston Symphony Kammermusik, bekam beim  Orchester auch eine Stelle als Aushilfspianist – und damit war ich drin. Ich wurde Solist beim Orchester, aber auch bei Arthur Fiedlers Boston Pops. Ich spielte viele, viele Konzerte, machte CD-Aufnahmen und ging mit ihnen auf Tournee.“

     Der Pianist brachte es bis nach Hollywood, aber Myron Romanul liebt das gemeinsame Musizieren, und deshalb nahm er auch bald Dirigier- Unterricht. „Ich gründete mein eigenes Ensemble, das Romanul Concert Orchestra, ging mit ihnen auch auf Tournee. Daneben spielte ich auch die Klaviersoli beim Boston Ballet, aber irgendwann kam ich an einen Punkt, wo ich mich entscheiden musste. Da war mir dann der Beruf des Dirigenten doch näher als der des Pianisten.

     Oper, Operette, Ballett, Musical, ja sogar Marionettentheater kannte Romanul aus den USA – er war geradezu prädestiniert für Europa, für Deutschland. Beim Stuttgarter Ballett bekam er 1985 sein erstes Engagement. Fünf Jahre blieb er. In Karlsruhe, Mainz und Essen bekam ich dann Engagements, bei denen die Oper im Zentrum stand.

     Mit der Jahrtausendwende suchte Romanul die Freiheit, gastierte in Europa und in den USA. „Ich zigeunerte von Stuttgart aus erfolgreich durch die Welt. Trotzdem wollte ich doch auch ein Haus, an das ich eine feste Bindung habe. Die Staatsoper mit dem Staatsballett ist da eine geradezu ideale Lösung. Ich dirigiere fünfzig Abende die Ballette. Aber ich habe auch meine eigenen Opernproduktionen. Das ist sehr viel, doch mit dem Staatsorchester ist das ein Vergnügen für mich.“

Münchner Abendzeitung:

Wie schnell einer die Pirouette dreht

Gespräch mit Ballett-Dirigent Romanul

 

     Seine Großmutter ließ kühn Mann und Sohn in Rumänien zurück, um in Italien Gesang zu studieren. In den USA, wieder mit der Familie vereint, machte sie als dramatische Sopranistin Karriere an der New Yorker Met. Ihr Sohn, obgleich auch musikalisch vernarrt, wählt in den schwierigen 40er Jahren den Medizinerberuf. Mehr Künstler-Glück hat der Enkel: Myron Romanul, seit zwei Spielzeiten Gast- und ab sofort mit 40 Vorstellungen pro Saison fester Haupt-Dirigent des Bayerischen Staatsballetts.

     Romanul ist ein erst elfjähriger Stöpsel, aber debütiert schon als Solopianist beim Boston Symphony Orchestra. Verpflichtungen am Flügel begleiten auch seine Dirigenten-Laufbahn von Bostons Lyric Opera und dem Boston Ballet Orchestra bis zum Stuttgart Ballett und den Theatern in Karlsruhe, Mainz und Essen. Was ihn am meisten entflammt, ist "das kreative Verhältnis von Orchester und Bühne". Unüberhörbar, dass er mit Bühnensinnlichkeit an Musik herangeht. Unter seinem Stab kriegt John Crankos "Der Widerspenstigen Zähmung" den optimalen, mitreißend-komödiantischen Puls. "Ein rhythmisch sehr anspruchsvolles Ballett. Viele Taktwechsel, die Melodie fließt von einem Instrument zum anderen. Man muss auf jeden Musiker ein Auge haben, darf keinen falschen Einsatz geben."

     Kann man denn da überhaupt noch auf die Tänzer Acht geben? Romanul: "Die Bewegung oben auf der Bühne schwingt im Blickfeld mit. Und ich weiß genau, bei welchem Solisten ich etwas verlangsamen muss, In Boston habe ich in vier Wochen 50 Nussknacker- Vorstellungen dirigiert, mit fünf-, sechsfacher Solisten-

Besetzung. Ich bin gewohnt, nur einmal hinzuschauen, um zu wissen, wer wie schnell eine Pirouette dreht."

     Neumeiers "Nussknacker" ist neu für ihn, eine auf Degas-Ballett-Atmosphäre hin modernisierte Version. "Das ist schon ein bisschen schwierig, denn Tschaikowsky hat ein Weihnachtsmärchen komponiert. Es riecht ja. richtig nach Tannenduft und Gebäck“, schmunzelt Romanul, "Außerdem gibt es ein paar Stellen, in die Neumeier sehr viel hineinchoreographiert hat. Da muss ich versuchen, das Tempo zu halten, damit der Tänzer auch Zeit genug hat, all diese kleinen Schritte zu machen, und nicht hingewischt, sondern klar und präzise artikuliert. Es ist immer ein Geben und Nehmen. Im ersten Akt gibt es ein Accelerando. Da das Ensemble gerade erst aus dem Urlaub zurück ist, bin ich eher noch behutsam. Also man folgt oder führt, ganz ähnlich wie in der Orchesterarbeit. "

     Zündet darüber hinaus auch manchmal Inspiration, ähnlich der von Tänzer zu Choreograph? "Lucia Lacarra (Primaballerina Louise) ist eine sehr lyrische Solistin, mit schönen langen Linien. Und natürlich mochte ich ihre Qualität, ihren Ausdruck mit meiner Musik noch besser herausbringen."

     Inspiriert scheint Romanul auf jeden Fall, wenn er als musikalischer Berater gefragt ist, wie jetzt für Ballettchef lvan Liskas "Dornröschen" (1. 12.03). "Die original Petipa-Stellen bleiben erhalten. Für alles, was Handlung und Pantomime betrifft, suchen wir aus Tschaikowskys Ur-Partitur sie wird ja nie ganz verwendet geeignete Musiken." Man darf also einige Neuerungen erwarten.

     Sicher auch noch einiges von Romanul, der zwischen dem Fairbanks Summer Arts Festival und dem Staatstheater Ankara nicht nur für Ballett unterwegs ist. In München fühlt er sich an einer wichtigen Etappe angekommen. "Das Nationaltheater hat einfach eine Klasse. Und ich kann hier auch Oper dirigieren." Im Frühjahr wird’s „Madama Butterfly“ sein, „eine Lieblingsrolle meiner Großmutter“, fügt er nicht ohne Stolz hinzu.

Münchner Merkur

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